My VantimeJetzt buchen

Ratgeber

Bayerischer Wald: Camping mit Hund – Plätze, Regeln, Touren

Veröffentlicht am

Verena Korn-Dünstl, Inhaberin von My Vantime

Von , geprüfte Betriebswirtin und Inhaberin von My Vantime. Sie übergibt jedes Fahrzeug persönlich – und reist selbst mit Hund.

Camping mit Hund funktioniert im Bayerischen Wald besser als in fast jeder anderen deutschen Ferienregion – und zwar aus einem sehr praktischen Grund: Es gibt hier viel Schatten, viel Wasser und wenig Gedränge. Dazu kommen Campingplätze, die Hunde nicht bloß dulden, sondern eingezäunte Stellplätze, Hundeduschen und Gassi-Tore direkt in den Wald anbieten. Und die wenigen echten Verbote sind so klar umrissen, dass du sie mit einer Viertelstunde Vorbereitung sauber umgehst.

Wer von Straubing oder Aiterhofen startet, hat den zusätzlichen Vorteil der kurzen Anfahrt: In unter einer Stunde stehst du mitten im Wandergebiet. Das macht den Bayerischen Wald zum dankbarsten Ziel für ein verlängertes Wochenende mit Hund – auch für die erste Camper-Reise zu zweit plus Hund.

Hundefreundliche Campingplätze im Bayerischen Wald

„Hunde erlaubt“ heißt auf dem einen Platz: geduldet gegen Gebühr. Auf dem anderen: eingezäunte Parzelle, Hundedusche, Agility. Der Unterschied entscheidet darüber, wie erholsam die Woche wird. Diese Plätze sind für Camper mit Hund die naheliegendsten:

Platz Ort Was den Hund freut Hundegebühr ca.
KNAUS Campingpark Viechtach Viechtach Eingezäunte Hundestellplätze (Hund läuft frei um den Wagen), Agility-Parcours, Hundedusche, Gassi-Tore direkt in den Wald ~3,80 €/Nacht
Camping Resort Bodenmais Bodenmais Eigene Hundewiese, Hundedusche, Hund im Biergarten erlaubt; max. 2 Hunde je Stellplatz, in Mietunterkünften keine Hunde ~6,50 €/Nacht
Camping Resort Bayerwald Waldrand, ganzjährig offen Hunde auf dem ganzen Platz, Hundedusche, Hundestationen, Gassirunden ab Schranke; in den Schlaffässern keine Hunde auf Anfrage
KNAUS Campingpark Lackenhäuser Neureichenau, Dreiländereck 15 Hektar Platz, Freibad und Fischsee, Hunde in Haupt- und Nebensaison ~4,20 €/Nacht
Naturcamping Perlbach Rattenberg bei Sankt Englmar Kleiner, ruhiger Naturplatz mit 22 Stellplätzen, ganzjährig – gut für schreckhafte Hunde ~1,00 €/Nacht
See-Campingpark Neubäuer See Neubäu am See Eigener Hundebadeplatz, Hundedusche, Platz komplett eingezäunt mit Hundetoren; im Mobilheim keine Hunde auf Anfrage

Ebenfalls hundefreundlich und einen Anruf wert: Camping Tröpplkeller in Zwiesel, Adventure Camp Schnitzmühle in Viechtach, Camping Arberblick in Bodenmais und der Campingplatz am Höllensteinsee. Wer es ganz einfach mag: Der Nationalpark-Stellplatz Scheuereck ist vom 1. bis 15. November kostenlos nutzbar, maximal zwei Nächte, Hunde erlaubt.

Zwei Hinweise, die dir Umwege sparen: Camping Bärenschlucht liegt trotz häufiger Verwechslung nicht im Bayerischen Wald, sondern in der Fränkischen Schweiz. Und die Hundegebühren schwanken saisonal – die Zahlen oben sind Orientierungswerte, den verbindlichen Preis nennt dir der Platz.

Wandern und Ausflüge mit Hund

Mit Hund sind selten die spektakulärsten Touren die besten. Es sind die mit Schatten, Wasser und wenig Gegenverkehr. Drei Muster bewähren sich immer wieder:

  • Flusstäler und Klammen: eben, schattig, mit Abkühlung unterwegs. Bayerisch Kanada am Schwarzen Regen zwischen Teisnach und Viechtach, die Buchberger Leite und das Ilztal sind dafür gemacht. Am Großen Pfahl bei Viechtach bist du im Naturpark, nicht im Nationalpark – dort gelten nur die normalen Forst- und Jagdregeln, also mehr Spielraum für einen zuverlässig abrufbaren Hund.
  • Seerundwege: überschaubare Länge, klarer Startpunkt, gut mit dem Camper anzufahren. Der Rundweg am Großen Arbersee ist mit rund zwei Kilometern barrierearm und auch für ältere Hunde machbar. Zum Kleinen Arbersee bringt dich ab Lohberg die Bockerlbahn.
  • Ein Gipfel für eingespielte Teams: Der Große Arber ist mit 1.456 Metern der höchste Berg der Region; der Gipfelrundweg ist kurz und mit trittsicherem Hund gut zu gehen. Die Arber-Bergbahn nimmt Hunde gegen Aufpreis mit – früh starten lohnt sich, dann ist oben Ruhe.

Für heiße Tage gut zu wissen: Die Rißlochfälle bei Bodenmais sind die größten Wasserfälle im Bayerischen Wald und liegen in einer kühlen Schlucht. Flache Badestellen für den Hund findest du am Erlauzwieseler See und am Rannasee.

Baumwipfelpfad Neuschönau: Hunde dürfen nicht auf den Pfad

Die Frage kommt am häufigsten, deshalb klar zuerst: Hunde sind auf dem Baumwipfelpfad nicht erlaubt – auch nicht an kurzer Leine und auch nicht getragen. Grund sind der schmale Weg und die Höhe. Ausgenommen sind Assistenz- und Behindertenbegleithunde.

Zwei Auswege gibt es. Am Eingang und beim Hans-Eisenmann-Haus stehen kostenlose Hundeboxen mit frischem Wasser, in denen dein Hund wartet, während ihr den Pfad geht – für Hunde, die entspannt allein bleiben, eine gute Lösung. Und von Oktober bis März finden in regelmäßigen Abständen Hundetage statt, an denen Hunde an kurzer Leine mitdürfen; dann kostet der Hund einen kleinen Aufpreis zusätzlich zum regulären Eintritt. Die Termine stehen auf der Seite des Betreibers und wechseln jedes Jahr, ein Blick vor der Anreise gehört dazu.

Tier-Freigelände: rein ja, in die Gehege nein

Die Tier-Freigelände Lusen bei Neuschönau und Falkenstein bei Ludwigsthal darfst du mit angeleintem Hund betreten. Gesperrt sind aber die begehbaren Gehege: das Wildschwein- und das Rotwildgehege in Neuschönau sowie der Weg durch das Hirschgehege bei Scheuereck. Für alle drei gibt es ausgeschilderte Alternativstrecken, die keinen nennenswerten Umweg bedeuten.

Die Besucherhäuser bleiben für Hunde zu – Hans-Eisenmann-Haus, der untere Ausstellungsbereich im Haus zur Wildnis und das Waldgeschichtliche Museum. Vor den ersten beiden stehen Hundeboxen. Einkehren geht dagegen problemlos: Café Eisenmann, die Waldwirtschaft und der gastronomische Bereich im Haus zur Wildnis nehmen Hunde.

Regeln und Leinenpflicht

Bayern hat keine generelle Leinenpflicht: Es gibt weder ein eigenes Landeshundegesetz noch eine Waldleinenpflicht im Waldgesetz. Gemeinden können jedoch eigene Leinenverordnungen erlassen, die sich von Ort zu Ort unterscheiden – im Zweifel fragst du kurz bei der Tourist-Info nach.

Innerhalb des Nationalparks ist die Sache eindeutig: Die Schutzgebietsverordnung schreibt vor, dass Hunde an der Leine geführt werden, freies Laufenlassen ist untersagt. Dasselbe gilt in den Naturschutzgebieten, etwa rund um die Arberseen. Und unabhängig davon greift das Jagdrecht: Ein aufsichtslos jagender Hund darf im Revier von Jagdschutzberechtigten getötet werden. Das ist der eigentliche Grund, warum in Wald und Flur auch außerhalb von Schutzgebieten Kontrolle über den Hund zählt – nicht die Verordnung, sondern das Risiko.

Der Kot gehört in den Beutel und der Beutel wieder mit: Dog-Stations gibt es in beiden Nationalparkzentren und im Waldspielgelände Spiegelau, allerdings nur zum Entsorgen, Beutel bringst du selbst mit. Für die Igelbusse fährt der angeleinte Hund kostenlos mit, in der Waldbahn nur in einer handgepäckgroßen Box, sonst braucht er ein Ticket.

Was im Camper zählt

Sicherung. Im fahrenden Fahrzeug gilt der Hund als Ladung. Ungesichert kostet das laut ADAC zwischen 35 und 75 Euro, bei Gefährdung 60 Euro plus einen Punkt. Im ADAC-Crashtest schneiden Metall-Transportboxen am besten ab; Trenngitter empfiehlt der Club nur zusätzlich, nie als alleinige Sicherung, und der Beifahrersitz ist tabu. Die Box sollte so groß sein, dass der Hund steht, sich dreht und liegt – aber nicht größer, sonst wird sie im Ernstfall selbst zum Geschoss. Alternative ist ein Gurtsystem am gut sitzenden Brustgeschirr, nie am Halsband.

Hitze. Der Hund bleibt nie allein im geparkten Fahrzeug, auch nicht „kurz“. Hunde schwitzen nicht, und der Innenraum heizt sich schneller auf, als die meisten schätzen. Warnzeichen für einen Hitzschlag sind starkes Hecheln, dunkelrote Zunge, Apathie, Erbrechen und Krämpfe; dann sofort in den Schatten und lauwarmes – ausdrücklich nicht kaltes – Wasser über Pfoten, Beine und Bauch. Unterwegs helfen Klimaanlage, abgedunkelte Fenster und eine Kühlmatte.

Zecken. Der gesamte Bayerische Wald ist FSME-Risikogebiet, die Landkreise Regen, Freyung-Grafenau, Cham, Deggendorf, Passau und Straubing-Bogen eingeschlossen. Das Robert Koch-Institut meldete für 2025 mit 693 FSME-Erkrankungen die dritthöchste Zahl seit Beginn der Erfassung. Durch milde Winter sind Zecken inzwischen fast ganzjährig aktiv: lange helle Kleidung, Repellent, nach jeder Tour Mensch und Hund absuchen. Für dich ist die FSME-Impfung in Risikogebieten von der STIKO empfohlen, für den Hund klärst du den passenden Zeckenschutz mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt.

Packliste. Reisenapf und genug Trinkwasser, Futter, die vertraute Decke, Leine plus Sicherheitsgeschirr, Kotbeutel, Zeckenzange, Kühlmatte, Schleckmatte für ruhige Pausen, EU-Heimtierausweis und ein Maulkorb für Bergbahn und Bus.

Im Notfall. Tierärztliche Versorgung gibt es unter anderem in Zwiesel, Viechtach, Regen, Drachselsried und Zachenberg; im Landkreis Regen rotiert an Sonn- und Feiertagen ein tierärztlicher Notdienst. Die Nummern der nächstgelegenen Praxis speicherst du am besten vor der Abfahrt ein.

Die beste Reisezeit für Camping mit Hund

Herbst. Von September bis November ist unter Kennern die beste Zeit: bunte Wälder, klare Fernsicht, angenehm kühle Temperaturen zum Laufen und deutlich ruhigere Plätze. Der Preis dafür ist die zweite Zeckenhochsaison.

Frühling. April und Mai sind mild und ruhig, die Plätze günstiger – ideal für ältere oder hitzeempfindliche Hunde.

Sommer. Juni bis August ist die beliebteste Zeit mit meist 20 bis 25 Grad. Mit Hund heißt das: früh starten, mittags Pause im Schatten, Touren an Bäche und Seen legen. Die dichten Wälder helfen dabei mehr, als der Wetterbericht vermuten lässt.

Winter. Schneereich, mit Skigebieten am Großen Arber und in Sankt Englmar. Winterwandern und Schneeschuhtouren gehen mit Hund gut – und in diese Zeit fallen auch die Hundetage am Baumwipfelpfad.

Anfahrt ab Straubing und Aiterhofen

Der Bayerische Wald beginnt praktisch vor der Haustür:

  • Sankt Englmar: rund 30 km, die nächstgelegene Bergregion
  • Viechtach: rund 40 bis 45 km – Bayerisch Kanada und KNAUS Campingpark
  • Neuschönau und Grafenau: rund 60 bis 70 km
  • Bodenmais: rund 68 km, knapp 55 Minuten
  • Zwiesel: rund 79 km, gut eine Stunde

Heißt: Du übernimmst den Camper am Vormittag und sitzt am frühen Nachmittag mit dem Hund am ersten Bach. Für ein langes Wochenende ist das der ganze Unterschied.

So startet ihr

Den VW California Beach übernimmst du in Aiterhofen bei Straubing – persönlich übergeben, mit Einweisung in Ruhe und auf Wunsch schon am Vorabend, damit ihr morgens direkt losfahrt. Hunde sind bei uns nicht geduldet, sondern ausdrücklich willkommen, gegen eine einmalige Hundepauschale und mit einer Reinigungsregelung, die vorher feststeht statt bei der Rückgabe zu überraschen. Alle Details dazu stehen auf der Seite Camper mit Hund mieten.

Zwei Dinge, die mit Hund im Camper mehr wert sind, als sie klingen: die Standheizung, die den Innenraum auch im Oktober warm hält, bevor der Hund sich auf seine Decke rollt. Und das Aufstelldach – ihr schlaft oben, der Hund hat unten seinen eigenen Platz.

Häufige Fragen

Dürfen Hunde in den Nationalpark Bayerischer Wald?

Ja, angeleinte Hunde sind im Nationalpark fast überall willkommen. Gesperrt sind die begehbaren Gehege der Tier-Freigelände, die Besucherhäuser und der Grenzsteig; für die Gehege gibt es ausgeschilderte Alternativwege ohne Umweg.

Gilt im Bayerischen Wald Leinenpflicht?

Im Nationalpark und in Naturschutzgebieten ja, außerhalb nicht generell. Bayern hat kein Landeshundegesetz mit allgemeiner Leinenpflicht, einzelne Gemeinden können sie aber per Verordnung erlassen – auf die Beschilderung vor Ort achten.

Dürfen Hunde auf den Baumwipfelpfad Neuschönau?

Nein, auf dem Pfad sind Hunde nicht erlaubt, auch nicht getragen oder an der Leine. Am Eingang stehen kostenlose Warteboxen mit frischem Wasser; von Oktober bis März gibt es zusätzlich Hundetage, an denen Hunde gegen einen kleinen Aufpreis mitdürfen.

Welcher Campingplatz im Bayerischen Wald ist eingezäunt und hundefreundlich?

Der KNAUS Campingpark Viechtach hat eingezäunte Hundestellplätze, auf denen der Hund frei um den Wagen laufen darf, dazu Agility-Parcours, Hundedusche und Gassi-Tore direkt in den Wald. Ebenfalls stark ausgestattet: Camping Resort Bodenmais mit Hundewiese und Hundedusche.

Ist der Bayerische Wald FSME-Risikogebiet?

Ja, die gesamte Region ist vom RKI als FSME-Risikogebiet ausgewiesen, einschließlich der Landkreise Regen, Freyung-Grafenau, Cham, Deggendorf, Passau und Straubing-Bogen. Nach jeder Tour Mensch und Hund gründlich absuchen; über Zeckenschutz für den Hund entscheidet die Tierärztin oder der Tierarzt.

Wo kann mein Hund im Bayerischen Wald baden?

Gute flache Einstiege bieten der Erlauzwieseler See, der Rannasee und der Höllensteinsee, dazu die Bäche im Schwarzen Regen zwischen Teisnach und Viechtach. In den Naturschutzgebieten am Großen und Kleinen Arbersee gilt Leinenpflicht, dort ist Baden kein Thema.

Wie sichere ich meinen Hund im Camper richtig?

Der Hund gilt im Straßenverkehr als Ladung und gehört in eine Transportbox oder an ein Gurtsystem mit Brustgeschirr. Der ADAC bewertet Metallboxen im Crashtest am besten; Trenngitter allein reichen nicht, und der Beifahrersitz ist tabu.

Angaben zu Campingplätzen, Eintritten und Regeln geprüft am . Preise und Öffnungsregelungen ändern sich – bitte vor der Anreise beim jeweiligen Anbieter gegenprüfen.

Alle Ratgeber-Artikel